Trecking im Himalaya

Tilicho lake 3

 

Unser Treck beginnt direkt vor unserer Haustüre in; hier wo wir ja auch das World Vision Projekt besucht haben. Von hier aus starten wir unsere 14 tägige Wanderung rund um das mächtige Annapurna Gebirge, wo einige Gipfel über 7000 und 8000 Meter hoch sind, und einer, der Annapura 1 ist sogar 8091müM – der zehnthöchste Berg der Welt. Also wir werden diesen Gipfel ja nicht erklimmen, aber unser Weg führt uns schon hoch hinaus: der höchste Punkt wird bei unserem Weg der Thorung La Pass, mit 5416müM sein, und täglich haben wir die hohen Gipfel rund um uns herum, und auch das Wetter scheint jetzt in Wanderlaune zu sein – also los geht es…

Wir starten auf rund 700müM und kommen so Tag für Tag höher. Die Landschaft ist traumhaft schön und ändert sich täglich. Zuerst geht es durch kleinste Dörfer, entlang von Reisterrassen, und vorbei an uralten, knorrigen Bäumen, an Bananenstauden und Bambus – und aus den hohen und faustdicken Bambusstämmen haben die Leute hier, hie und da riesige Schaukeln gebaut. Kids schwingen sich durch die Luft, ja und auch wir lassen uns das nicht entgehen – das macht Spass.

 

In den Bergen 2

 

Dann etwa in 1500müM höhe kommen wir uns vor wie im Dschungel. Gewaltige Baumriesen stehen vor uns, auf denen auch mal ein paar Affen herumturnen. Daneben zum Teil schon steile Felswände von denen viele Wasserfälle in die Tiefe stürzen. Alles in einem kräftigen Grün, herrlich, diese tropische Landschaft. Dann, weiter oben folgen weite Föhrenwälder in denen es so fein nach Nadelholz riecht. Im kleinen Dorf Manang auf 3500 sollte man eigentlich einen Tag Pause machen um sich an die Höhe zu gewöhnen. Wir nutzen diesen „Pausentag“ um einen Ausflug zum knapp 5000müM gelegenen Tilicho Lake zu machen. Das ist der höchste See der Welt in der Grösse. Besonders der Weg hoch zum See war dann schon speziell. Es ging ein paar Mal über Steinrutschgebiet, wo man einem ganz schmalen Pfad auf losem rutschigem Stein folgt. Da muss man schon ein bisschen aufpassen, der Weg ist etwa 30 cm breiten und links davon geht’s dann schon 300 Meter die Schräge herunter bis zum reissenden Fluss der sich unten durchs Tal schlängelt. Zurück vom See ging‘s dann nochmals zwei Tage bergauf, durch steinige, felsige Gegenden, wirklich langsam ins Hochgebirge, bis wir dann den Thorung La Pass auf 5416müM erreichen. Phu, hier oben ist die Luft schon spürbar dünner und wenn man so am Wandern ist, habe ich das Gefühl, ich müsse doppelt so viel atmen als sonst. Aber sonst geht’s es uns beiden gut; keine Anzeichen von Höhenkrankheit, die hier oben schon auftreten kann.

 

Föhrenwaelder 1

 

Auf dem ganzen Treck sind zwar nicht sehr viele andere Reisende unterwegs, doch mit denen die wir treffen, haben wir es immer sehr lustig. Es ist wieder mal sehr international. Zum Teil ist man auch miteinander unterwegs, oder man sieht sich jeweils abends in den Unterkünften. Ja, es hat viele Gasthäuser, die überall entlang des Weges sind. Auch fast ganz oben gibt’s welche. Die sind mit dem nötigsten Ausgestattet, es gibt zu Essen und zu Trinken und am Abend wird meistens noch in einem Ofen gefeuert – naja, so bis um acht oder neun Uhr – auch um Holz zu sparen, und ja, sobald abends die Sonne weg ist, wird es bitterkalt, und nebst dem Ofen wird ja nirgends geheizt. Tja, und ist das Feuer aus, und der Tee getrunken, geht’s in die kalte Koje. Mit langer Unterwäsche, Bettsocken und einer Mütze, und im Schlafsack mit zusätzlicher Decke überstehen wir die eisigen Nächte.
Auf der anderen Seite des Passes wandern wir dann noch einige Tage abwärts und kommen langsam zurück in die Zivilisation. Die Landschaft ist wiederum wunderschön, die Dörfer, die Häuser und kleinen Bauernhöfe, alles in einer grünen, tropischen Umgebung. Nette Menschen grüssen und winken uns zu. Viele Tiere sind in den Gassen unterwegs: grosse gesunde Hühner scharren in der Erde, Kühe gehen ruhig ihres Weges und friedliche Hunde dösen in der Sonne. Irgendwie wie im Märchen. In Tatopani machen wir dann zwei Tage Pause und geniessen ein Bad in den heissen Quellen. Ach, tut das gut! Wir können uns nach diesen kalten Tagen und Nächten wieder mal richtig aufheizen. Hier Endet auch unser Trecking, wir haben zwei wunderbare Wochen hinter uns.

 

Gasthaeuser

 

Nun, ab Pokhara trennen sich Christophs und meine Wege für eine kurze Zeit. Ich hatte mich entschieden, zurück nach Besi Sahar zu fahren und bei einer Schule, die von World Vision unterstützt wird, Englisch zu unterrichten. Christoph ist in den Süden Nepals gereist, um dort ebenso freiwilligen Arbeit zu leisten, auch an einer Schule und in einem entstehenden Waisenhaus. Wir werden uns später wieder treffen, ev. in Thailand, um gemeinsam nach Vietnam zu World Vision zu reisen, um unseren Patenkindern zu besuchen.

Ja, die Zeit läuft, das Jahr neigt sich dem Ende zu, und überall ist der Weihnachtsrummel im Gange. Wir wünschen euch eine friedliche und frohe Adventszeit, kein Jahresende-Stress – lasst den nicht zu J und viel Gefreutes in der Zeit.

Liebe Grüsse aus Nepal, einem herrlichen Land mit den höchsten Bergen der Welt!

Mehr Fotos gibts hier >>>

 

Bergdoerfer 2

4 Kommentare

  1. I hope you have done well during your walk in Nepal. It was marvelous day with you in Tihar festival. You both have been remembered in Nepal especially the students of that school.

  2. Hallo Ihr Zwei,

    Ich wünsche euch auch ein gesundes, frohes mit vielen tollen Begegnungen gutes Jahr. Recht herzlichen Dank für die interessanten Berichte. Ich freue mich immmer sie zu lesen. Ich bitte auch immer die Muttergottes sie möge Euch begleiten.
    Weiterhin alles Gute verbunden mit lieben Grüssen Ageli

  3. Lieber Simon
    Ganz herzliche Gratulation zu deinem gestrigen runden Geburtstag. Wir hoffen, dass du gesund bist und dass weiterhin alles gut geht. Auch danken wir dir herzlich für die vielen, interessanten Berichte und freuen uns auf ein Wiedersehen irgendwann im nächsten Frühling.
    Gruess Renzo & Erwin

  4. Hallo Ihr Beiden. Ich habe mich schon gefragt, wie es Euch
    “da oben” mit der Luft gehen wird ………… und schon hab ichs gelesen. 😉
    Irgendwie beneide ich Euch um die schöne Landschaft, die wunderbaren Begegnungen mit den Menschen, aber trotzdem wäre es nichts für mich.
    ICH mache hier was ich glaube machen zu müssen und zu wollen. Ihr wisst schon ……….
    Ich finde es auch toll, dass Ihr jetzt kurzzeitig ganz etwas anderes machen werdet und freue mich auch schon ganz besonders auf Fotos und einen Bericht (später dann), wenn Ihr unser Projekt in Vietnam besucht habt.
    Weiterhin alles Gute.
    Ganz liebe Grüße. Elfi

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