Von der Gastfreundschaft, vom georgischen Essen und von Joseph

 

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Nun sind wir schon eine Woche in Georgien; wir haben die Schwarzmeerküste verlassen und sind ostwärts Richtung Tiflis unterwegs. Zuerst besuchten wir in Batumi noch den Botanischen Garten, und haben gestaunt, über die Vielfalt der Bäume und Pflanzen von allen Kontinenten, die hier wachsen. Danach sind wir via Kobuleti, Ozurgeti und Chokatauri nach Kutaisi gekommen, der zweitgrössten Stadt Georgiens. Durch fruchtbare, grüne Hügellandschaften und kleinste Dörfer wanderten wir fünf Tage der Hauptstrasse entlang, und müssen oft schmunzeln, über viele Kühe, die hier seelenruhig auf der Strasse liegen und die Autos immer einen grosse Bogen um die Tiere fahren müssen. Ja, und oft treffen wir echt alten Autos an – Ladas und Nivas, wohl um die 30 – 40 Jahre oder älter – und die laufen immer noch. Halt alle noch aus der Sowjetzeit. So wie viele alte Häuser, einige etwas baufällig, aber viele schön gepflegt, immer mit einem grossen Garten und umrundet von einem Zaun und geschmiedeten Toren. So geniessen wir unsere Wandertage bei manchmal etwas regnerischem Wetter und machen so um die 25 – 30 km täglich. Das ist seit anhin so in etwa unser tägliches Pensum. Uns geht es gut, Christoph hatte zwar an beiden grossen Zehen eine Entzündung an den Gelenken, die aber wieder auf dem Weg der Besserung ist. Ich hatte wieder mal eine Blase am rechten Fuss aber alles halb so schlimm. Und: wir haben die 4000 km geknackt!!! Jep, schon sind wir über der Hälfte unseres Fussweges nach China angelangt und schauen auf eine geniale Zeit zurück. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht.

 

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Hier in Georgien ist etwas ganz speziell, und zwar die Gastfreundschaft, die ist echt gewaltig. Klar, die Menschen sind im Vergleich zur Türkei etwas zurückhaltender, doch wenn wir Leute treffen und ein paar Wörter georgisch sprechen, ist das Eis meistens schon geschmolzen. Man versucht einen einfachen Dialog, eben auf georgisch oder russisch, manche können auch ein bisschen Englisch oder Deutsch und nicht selten werden wir eingeladen. Meistens werden wir gefragt, ob wir einen Tee oder Kaffee möchten, und dann wird aber oft ein ganzer Tisch mit Essen gedeckt und wir staunen und sind jedes Mal begeistert über die Herzlichkeit der Menschen. Es gibt dann oft ein Chatchapuri, einen Käsekuchen, Brot, Gurken und Tomaten, eigenen Käse, Süsspeisen und – und das fehlt nie – eigenen Weisswein. Der wird oft und sehr viel getrunken, und bei jedem Glas spricht dann das Familienoberhaupt immer einen Toast. Dabei geht es um Freundschaft und Brüderlichkeit, über Gott, die Familie und das Leben. Auch auf unsere Reise wird meistens getrunken, dass wir immer sicher unterwegs sind und alles gut geht – und es hat ja bis jetzt alles immer wunderbar geklappt 🙂 !

 

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Auch abends haben wir schon viele Köstlichkeiten der Georgischen Küche ausprobiert. Da gibt es die Chingali, das sind Teigtaschen, gefüllt mit Fleisch und einer feinen, würzigen Sauce. Und die isst man richtigerweise von Hand, damit man auch alles vom feinen Saft kriegt. Dann Fleischspiese, fein gewürzt und einen schmackhaften Tomaten/Gurkensalat mit viel grossem Petersilie drin. Lecker…

Dann eines Tages trafen wir unterwegs Joseph! Also den Namen haben wir ihm selber gegeben, (benannt nach einem berühmten Georgier, doch dazu später) – ja, denn Joseph ist ein Hund. Ein Streuner, der uns in einem Waldstück vor Chokatauri entgegenkam. Recht abgemagert und verwildert sah er aus, und war überglücklich, als wir ihm ein paar Kekse gaben. Er folgte uns darauf den ganzen Tag und so nahmen wir ihn – zumindest vorübergehend bei uns auf. Er ist ein Terrier Mischling und gleicht etwas dem Struppi, der Hund von Tim, und ist erstaunlich fit, und folgt schon unglaublich gut. Und nach einer gründlichen Wäsche, und die verfilzte Haare rausschneiden sieht er schon wieder viel besser aus. Wir werden mal schauen, ob wir für ihn ein gutes Plätzchen finden, doch das ist hier nicht so einfach – fremde Hunde gelten hier schon eher als Streuner, und geniessen kein gutes Ansehen. Mal schauen…

 

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Nun, hier in Kutaisi werden wir das erste Mal Projekte von World Vision besuchen dürfen. Wir sind schon sehr gespannt, was das Hilfswerk hier speziell für Strassenkinder schon erreicht hat und freuen uns, euch beim nächsten Bericht darüber zu erzählen!

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2 Kommentare

  1. Hallo Ihr zwei. Ich kann Euch nur immer danken für die interressanten Berichte. Weiterhin alles Gute. Heit Sorg zu Euch und gut Fuss.
    Liebe Grüsse Ageli

  2. Hallo Simon und Christoph
    Danke für eure interessanten Berichte. Sie sind wie immer sehr spannend zu lesen! Ich hoffe, es geht euch beiden gesundheitlich wieder gut. Und noch etwas: Wie wäre es, wenn ihr den Hund auf eure Reise mitnehmen würdet? Als treuer, dankbarer und beschützender Begleiter? Ihr hättet sicherlich viel Freude an ihm und er würde es euch mit viel Liebe und Zuneigung danken!
    Liebe Grüsse und weiterhin gute Reise
    Renzo.

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