Das eiserne Tor – Im Derdap Nationalpark

 

Kurz nach Belgrad trafen wir auf Enikö und Balazs, ein ungarisches Paar, welches seit einigen Tagen ab Budapest mit dem Fahrrad unterwegs ist und auch Richtung Osten will. China, und später Neuseeland – wow, was für eine Tour www.magunkutjan.hu . Eine Stunde danach lernen wir Ivan aus Serbien kennen; auch er ist ein Fahrradreisender und ist soeben von Malaysia zurück nach Serbien gefahren – zusammen mit seiner Frau und dem 4 jährigen Sohn. Wir erreichen nach einem langen Wandertag Smederevo an der Donau und sind froh über ein Bett. Vorher besuchen wir noch die weitläufigen Ruinen der Festung, wo früher rund 5000 Menschen gewohnt hatten.

Enikoe und Balazs von Ungarn auf dem Weg nach Neuseeland

 

Auf unserem Weg Richtung Pozarevac müssen wir etwas ins Landesinnere und kriegen auch etwas von der nicht so schönen Seite Serbiens mit. Entlang der Strasse und speziell in Feldwegen und abgelegenen Orten liegt schon sehr viel Müll aller Art herum. Auch überfahrene Tiere sehen wir oft. Hunde, Vögel, mal eine Ratte oder Katze; einmal ein ganzes Schaf… Ja, der Verkehr ist schon sehr gefährlich hier. Viele Strassenkreuze und Gedenktafeln erinnern an Verkehrstote und geben uns schon zu denken – wie viele Menschen haben hier schon das Leben verloren….

 

tv serbia

 

In Pozarevac treffen wir dann auf Aleksandra und Milun von RTS Serbien. Wir machen diverse Aufnahmen und geben ein Interview – jep, wir haben es ins serbische Nationalfernsehen geschafft. J Der Beitrag wurde schon ausgestrahlt – Link folgt… Später besuchten wir die Überreste der römischen Stadt Viminacium. Die Römer hatten ja ganz Südosteuropa unterworfen und die Donau war die natürliche Grenze zum Norden. In Klicevac besuchten wir einen Weinbauern und durften sein Anwesen besichtigen. Natürlich gab es auch eine Degustation von seinem Weisswein – Chardonnay, und Rotwein – Cabernet-Merlot; zusätzlich schenkte er uns gleich noch zwei Flaschen… na die trugen wir nicht so lange mit uns mit J

 

Weiter gings via Ram, wo wir die alte Festung aus der Türkenzeit besichtigten, nach Veliko Gradiste und Golubac, und somit haben wir den Eingang zum Iron Gate – zum eisernen Tor und dem Derdap Nationalpark erreicht. Hier ist die Donau an einer Stelle einerseits am Breitesten – 5km und weiter unten am Engsten – nur 90 Meter, dafür sehr tief. Die Donau schlängelt sich hier durch das imposante Bergmassiv, riesige, senkrechte Felswände ragen aus dem Wasser, in Golubac steht eine mächtige Burgruine als Zeuge vergangener Tage. Auf der anderen Seite der Donau befindet sich schon Rumänien, welches mit einem grossen Windpark / Windräder zu uns hinübergrüsst. In Lepenski Ver besuchen wir die Ausgrabungsstätten einer 8000 Jahre alter Siedlung. Tja, schon damals hat es den Menschen hier gefallen. J

 

Zu Ostern gönnen wir uns ein Tag Pause in Donji Milanovac und was tun wir? Wir gehen wandern J . Ein Bus bringt uns zum Startpunkt für die Wanderung auf den 768 Meter hohen Gipfel vom Veliki Strbac und von hier oben haben wir eine atemberaubende Sicht auf das Iron Gate, diese Enge Stelle der Donau, auf die steilen Felswände auf der rumänischen Seite und es ist einfach herrlich. Hier treffen wir auch Joaqin aus Chile, er ist seit einem Jahr mit dem Fahrrad unterwegs, quer durch Europa und nun auch auf dem Weg Richtung Türkei. Mit ihm sein 3 Monate alter Welpe Gaspajin, den er in seinem Fahrradanhänger ein schönes Plätzchen gebaut hat. Ja, so haben wir nun schon einige Reisende getroffen.

Gestern verliessen wir die Donau und machten uns landeinwärts auf den Weg, da dies der kürzere Weg nach Negotin und der Grenze zu Bulgarien ist. In Plavna lernen wir Damir kennen und können bei ihm nächtigen. Er ist Jäger und hat ein wunderschönes Gasthaus, 2km weg vom Dorf, mitten im Wald auf einer Lichtung. Wir werden zum Abendessen wieder richtig verwöhnt, es gibt Nudelblumenkohlsuppe, dann Bohneneintopf, Krauttaschen, feines Fleisch und Käse, Papprika/Pepperoni und frisches Brot – herrlich. Hier draussen ist es auch absolut ruhig und wir geniessen die Natur. Zum Frühstück ein guter Kaffee und ein Slivo, danach eine feine Eierspeise und ein deftiges Bier – herrlich. Nachher zeigt uns Damir sein Jagdgebiet, hier hats neben Hirsch und Wildschweinen auch Schakale, Wildkatzen und Wölfe. Wir besuchen seine alte Mühle, klettern via einem Baumstamm über einen reissenden Bach – wohlgemerkt mit der ganzen Ausrüstung, da wir schon wieder unterwegs sind – und kraxeln einen steilen Waldweg hoch zu einem Aussichtspunkt. Eine wunderschöne Gegend, Wälder, Bäche und in der Ferne noch schneebedeckte Berge. Später machen wir uns dann wieder auf der Landstrasse auf den Weg nach Negotin, unserer letzten Stadt in Serbien wo wir heute nächtigen.

 

Wir sagen an der Stelle ein riesiges Dankeschön für all die netten Menschen, die wir in Serbien getroffen hatten – wir sind begeistert! Dazu wunderschöne Landschaften, tolle Städte, viele geschichtliche Sehenswürdigkeiten und herrliches Essen – Serbien, ein Geheimtip – Vielen Dank und auf Wiedersehen! Hvala Puno! Dovi thenja!

3 Kommentare

  1. Hallo, wünsche Euch noch tolle Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Weg, ich werde ihn etwas abkürzen. Morgen geht´s mit den Flieger nach Hanoi und dann weiter nach Tram Tau das Projekt und unser Patenkind besuchen. Ist nicht vergleichbar aber trotzdem freue ich mich schon sehr auf die schönen Erfahrungen dort.
    Alles Gute auf Eurem weiteren Weg …

  2. Hallo zusammen
    Es ist sehr spannend eure Berichte zu verfolgen, toll wie ihr überall herzlich empfangen und aufgenommen werdet. Manchmal muss ich schon schmunzeln, zum frühstück slivo und Bier!!! Na dann prost!!

  3. Simon und Christoph!
    Wäre ja schade gewesen, wenn Euch die 2 Flaschen Wein auf Eurem Marsch vielleicht zerbrochen wären, da war es sicher besser, dass Ihr sie so schnell als möglich geleert habt. 😉 ……. Es ist schon unglaublich, wie vielen Menschen Ihr auf Eurem Marsch begegnet, die „Ähnliches“ vorhaben wie Ihr bzw. die auch so weite Reisen unternehmen …. ja sogar mit Kleinkind oder Hund. …… Ich mache mich am Sonntag auf die Reise zu MEINEM Patenkind. Ihr wisst ja, ganz andere Richtung und nicht zu Fuß. 😉 Euch weiterhin alles Liebe. Elfi

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