Good morning Vietnam!

Cao Dai Kirche 1

 

Guten Morgen Vietnam, das Land erwacht – aber ich glaube, es hat gar nie geschlafen. Es hat nur in den letzten 70 Jahren schwere Zeiten durchleben müssen. Gegen so viele Länder mussten Konflikte und Kriege ausgestanden werden. Aber die Vietnamesen sind speziell und haben ab Mitte des letzten Jahrhunderts mit einer unglaublichen Tapferkeit gekämpft und der Reihe nach gesiegt. 1954 haben sie die Franzosen aus dem Land geworfen und das Joch des Kolonialismus abgeworfen, dann bis 1975 die Amerikaner im Vietnamkrieg geschlagen, danach gegen die Roten Khmer von Kambodscha gesiegt und schlussendlich in einem kurzen Krieg 1979 gegen die Chinesen gewonnen. So viel Blut wurde vergossen und die Vietnamesische Bevölkerung musste viel Leid ertragen. Vietnam war eine Zeit lang entzwei geteilt, dann wieder vereinigt und wird seither durch eine kommunistische Führung regiert. In den letzten zwei drei Jahrzehnten hat nun aber auch der Kapitalismus Einzug gehalten, man schaut nach vorne, in die Zukunft.

 

Modernes Ho Chi Minh 2

Unsere Reise beginnt in Ho Chi Min City – das frühere Saigon. Es ist eine moderne Stadt geworden, mit 7 Millionen Menschen, mit vielen glitzernden Hochhäuser und ein Paar exklusiven Shopping Malls aber auch einigen alten Gebäude aus der Kolonialzeit. Auf den Strassen sind Zehntausende von Motorroller unterwegs und es bedarf ein bisschen Mut, um eine Strasse zu überqueren. Doch es geht – einfach laufen und Augenkontakt mit den heranrauschenden Rollern aufnehmen und anzeigen, ob er noch vor oder nach dir durchdüsen soll. Und auch hier lebt man friedlich nebeneinander. Ich war an einem Tag zuerst in der Notre Dame Kirche, dann in einem Hindutempel, später in zwei Buddhistischen Tempel und zum Schluss in der Moschee.

 

 

 

Cao Dai Kirche 3

Ja, Vietnam gefällt uns – es war schon immer eines meiner Lieblingsländer und ist es immer noch. Es ist einfach sehr angenehm hier. Und es sind wieder mal die Menschen, die es einfach speziell machen. Sie sind wiederum sehr freundlich aber auch sehr aufmerksam, interessiert und immer für einen Spass zu haben. Oh, und das Essen ist natürlich wieder mal ein Highlight. Hier gibt es auch alles: Tropische Früchte aller Art, dann auch Obst wie bei uns, das im Norden wächst, alles Erdenkliche aus dem Meer an Fischen, Muscheln, Krebsen, shrimps und Tintenfische, und auch die französische Küche hat Spuren hinterlassen. Oh mein Gott, ist das herrlich, hier in einer französischen Bäckerei ein Schokocroissant oder ein Baguette zu schlemmen… 🙂

 

Im War Museum, Vietnamesische Landschaft nach einem Napalm Angriff

Ein Besuch des Vietnam Kriegsmuseums in Ho Chi Min City darf auch nicht fehlen. Im Hof des Museums stehen noch einige Panzer, Helikopter und Kampfflugzeuge, welche die Amerikaner bei ihrem Abzug oder besser gesagt, bei ihrer Flucht aus Südvietnam im Land gelassen hatten. Die letzten Amerikaner wurden ja 1975 via Helikopter vom Dach der amerikanischen Botschaft in Saigon ausgeflogen, als die Nordvietnamesen Saigon eroberten. Im Inneren des Museums ist dann auf hunderten von Fotos das Kriegsgeschehen dokumentiert. Speziell der verbrecherische Einsatz von Agent Orange, welches die Amerikaner eingesetzt haben, zeigt auf, wie brutal und skrupellos hier gekämpft wurde. Im Ganzen wurden um die 45 Millionen Liter des giftigen Entlaubungsmittel über dem Dschungel, Wälder und Dörfer versprüht, um besser gegen den Vietkong, die Guerillaarmee von Nordvietnam zu kämpfen. Ja, und das Gift ist heute noch im Kreislauf und immer wieder kommen deswegen Kinder mit Missbildungen auf die Welt. Schrecklich, echt schrecklich! Auch der Einsatz von Napalm Feuerbomben gibt zu denken – wie viele haben hier den Tod gefunden…. Im ganzen Vietnamkrieg waren es um die 3 Millionen Vietnamesen und 58000 Amerikaner…

Aber wie gesagt, die Vietnamesen haben sich nicht unterkriegen lassen. Es war ein gewaltiger Guerilla Krieg, und der Vietkong nutzten das Gelände gut: Es wurden Tunnels gebaut, unterirdische Gänge, die einzelne Dörfer miteinander verband, auf einer Gesamlänge von bis zu 200km, unterirdische Lager und Lazarette, ja ganze Wohnräume und Produktionsstätten. Dort wurde gekocht gearbeitet und gelehrt. Diese Tunnel konnten wir in der Gemeinde Cu Chi besuchen und selber mal in den extra für Touristen etwas breiteren und grösser gemachten Tunnel durchkriechen.

Die letzten drei Tage haben wir im Fischerdorf Mui Ne verbracht, ein Mekka für Kite surfer, weil hier der Wind ideal zum Surfen ist. So sehen wir auch sicher Hundert Surfer, welche mit ihrem angeschnallten Kite/Segel mit dem Wind kämpfen. Wir beschränken uns auf baden im welligen südchinesischen Meer und auf einen Abstecher in die nahegelegene Dünenlandschaft.

 

Mui Ne, Fischer sucht nach Muscheln

Weiter geht unsere Reise nun der Küste entlang Richtung Norden – Vietnam ist ein sehr langes Land und erstreckt sich von Süden nach Norden über 1650km. Und bald ist hier auch Neujahr – das TET Festival steht vor der Türe. Es ist das grösste und wichtigste
Fest in Vietnam, wo wohl die halbe Bevölkerung unterwegs ist und Verwandte besuchen geht, es wird über mehrere Tage gefeiert, gegessen, getrunken und Geschenke verteilt. Wir sind zum TET bei Tai und seiner Familie eingeladen. Tai war ein Patenkind von World Vision und lebt nun in Dalat, etwa in der Mitte von Vietnam, wo wir in etwa einer Woche sein werden. Wir freuen uns – schon wieder Neujahr!

 

Sandduenen 2

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